Der Kaufmannssohn aus dem Badischen absolvierte neben dem Studium der Philosophie eine Buchhandelslehre und gründete als 27-Jähriger einen Verlag, für den er ein eigenwilliges Konzept hatte. Von Anfang an verlegte er „nebeneinander“ literarische Titel mit hohem Anspruch und technische Bücher und Zeitschriften mit industriellem Praxisbezug. Diese Gründungsidee trägt den Verlag bis heute, der allerdings von 1933 bis 1945 die Belletristik ruhen ließ.
Zwar hatte der Verlag seinen Sitz nicht in Leipzig, doch die Zerstörung von dessen graphischem Viertel durch alliierte Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg traf ihn schwer. Nicht nur die Bücherlager gingen verloren, sondern auch Stehsatz, Klischees und Druckunterlagen in den Herstellungsbetrieben.
Politisch unbelastet, erhielt der Verleger nach Kriegsende als einer der ersten von der Militärregierung eine Verlagslizenz und engagierte sich an prominenter Stelle in der Branchenorganisation. Unter seiner Vorsteherschaft im Börsenverein des Deutschen Buchhandels kam es u. a. zur Gründung der Frankfurter Buchmesse und zur Übernahme des von einem privaten Verlegerkreis gegründeten Friedenspreises in die Obhut des Börsenvereins.
Der neu gestartete Verlag gewann mit sorgfältig edierten Klassikerausgaben das Vertrauen der literarischen Öffentlichkeit, des Buchhandels und der Leserschaft. Damit schuf er die Basis für die Veröffentlichung deutschsprachiger zeitgenössischer Literatur und wichtiger Autoren aus Frankreich, dem ostasiatischen Raum und aus vielen anderen Sprachräumen. Eine wichtige Literaturzeitschrift trägt bis heute zum Ansehen des Verlages bei. Sie wurde aus einem kleinen bibliophilen Verlag übernommen, umbenannt und von zwei namhaften Herausgebern weiter entwickelt. Seit 20 Jahren zeichnet der jetzige Leiter des literarischen Verlages als Herausgeber verantwortlich. Als 25-jähriger junger Buchhändler in den Verlag eingetreten, stieg er zum Mitgeschäftsführer auf. Branchenweit wurde er durch seine eigene literarische Tätigkeit und zahlreiche Ehrungen und Preise, die er dafür erhielt, bekannt.
Ein eigenes, hoch angesehenes Kinder- und Jugendbuchprogramm und mehrere Tochterverlage im deutschsprachigen Ausland ergänzen heute das belletristische Programm zur Unterhaltungsseite hin.
Zielbewußt wurde parallel der Fachverlag ausgebaut, der sich an klar umrissene Zielgruppen wendet. Fast 30 Fachzeitschriften, eine umfangreiche Backlist, jährlich zahlreiche Neuerscheinungen sowie mehrmediales Publizieren setzen hier die Akzente. Ein unlängst verstorbener, ebenfalls als junger Buchhändler in den Verlag eingetretener ehemaliger Mitgeschäftsführer hat den Fachverlag jahrzehntelang geprägt.
Der Gründungsverleger bestellte rechtzeitig sein Haus, zog sich mit 75 Jahren aus dem aktiven Verlagsgeschäft zurück und berief bewährte Mitarbeiter wie die erwähnten in die Geschäftsführung. Er starb im Alter von 84 Jahren. Einer seiner Enkel ist heute Mitglied der Geschäftsführung, der Verlag noch immer im Familienbesitz.
Heinold fragt: Wie heißt der Verlagsgründer und Namensgeber des Verlages (Vorname und Nachname)?
