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Juli 2011 - Heinold fragt: Wer war's?



Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Der Sohn aus wohlhabender Familie hatte Landwirtschaft studiert und die väterlichen Güter mit Erfolg verwaltet. Vor allem aber hatte er aus der zum Besitz gehörenden Gärtnerei einen erfolgreichen Blumenzuchtbetrieb gemacht. Seine Mutter führte auf dem Familienschloss einen Salon für die literarische und künstlerische Elite der Zeit.

In diesem Kreis wurde er zur Gründung seines Verlages überredet, weil alle anwesenden Autoren inflationsbedingte Probleme mit ihren deutschen Verlegern hatten. Der vermögende Verlagsneuling hatte auf Anhieb wirtschaftlichen Erfolg. Sein erstes Verlagswerk, die Romanbiografie eines Komponisten, geschrieben von einem namhaften Autor aus der Prager Schule, erreichte innerhalb der ersten sechs Verlagsjahre eine Auflage von mehr als 200.000 Stück.

1929 heiratete er die Tochter eines bedeutenden Komponisten. Ihre Mutter genoss als Gattin bzw. Gefährtin mehrerer berühmter Männer und als spätere Memoirenautorin einen leicht skandalösen Ruf. Zwischen 1924 und 1945 wurden rund 950 Titel herausgebracht, in allererster Linie deutsche, angelsächsische und französische Romane, dann zunehmend Sachbücher. Das Streifenmuster auf ihrem Umschlag (Antiquare kennen es noch) machte sie unverwechselbar. Mit Stolz kann der Verlag auch auf eine Reihe von Nobelpreisträgern verweisen.

Der in der Hauptstadt eines deutschsprachigen Nachbarlandes ansässige Verlag geriet allerdings immer mehr in politisch bedingte wirtschaftliche Schwierigkeiten, da die meisten seiner Autoren im Hauptabsatzgebiet Deutschland auf die „schwarze Liste“ gerieten. Nach der Eingliederung des Nachbarlandes ins „Reich“ wurde der Verlag „arisiert“ – wie sich nach dem Kriege herausstellte, zunächst nur zum Schein. Der Gründer ging nach London, wo er mit einem Partner unter dessen und seinem Namen einen neuen Verlag gründete. Eine Zeitlang konnte er daneben die heimischen Geschäfte inoffiziell vom Exil aus führen.

Im nationalsozialistischen Deutschland war der Verlag unter Treuhänderhand der produktivste belletristische Verlag und mischte beim Geschäft mit den so genannten Feldpostausgaben mit. Bald trug er aber den Namen eines ehemaligen Fachreferenten in der Reichsschrifttumskammer, der ihn nach Machtkämpfen zwischen der regionalen Gauleitung und dem Propagandaministerium in seinen Besitz gebracht hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen dem Gründer zurückerstattet, der Verlag bekam seinen alten Namen wieder, unter dem er noch heute auf dem Markt ist. 1986 kam es zum Eigentümerwechsel – dem ersten von drei innerhalb eines Jahrzehnts. 1996 erwarb ihn ein namhaftes, nach wie vor in Familienbesitz befindliches Verlagshaus. Es hat eine Gruppe von sechs literarischen Verlagen aufgebaut, deren Erfolgsgeheimnis das jeweils eigene Profil ist. Mit gut verkäuflichen Titeln werden die individuellen Traditionen fortgeführt. Es ist sogar das Kunststück gelungen, in den gesuchten Verlag einen zweiten, ebenfalls in der Hauptstadt unseres Nachbarlandes ansässig, zu integrieren.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlagsgründer und wo hat er seinen Verlag gegründet?

Quelle: www.buchmarkt.de

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