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April 2011 - Heinold fragt: Wer war's?



Lesen Sie aufmerksam folgenden Text und schicken Sie uns die richtige Lösung: Zwar ist der heute gesuchte Verlag schon zwei Jahrzehnte im Mekka des deutschen Verlagsbuchhandels ansässig, gegründet aber wurde er auf einem Bauernhof in einer Gemeinde, die durch ein hochprozentiges Getränk bundesweit bekannt ist.

Offizieller Firmensitz war eine Hanse- und Hafenstadt, wo der Mitgründer, Mitnamensgeber und freie Mitarbeiter einer großen deutschen Publikumszeitschrift sein Atelier hatte. Der Verleger hatte seine berufliche Laufbahn als Betriebswirt in einem auf mehrere Märkte ausgerichteten Konzern begonnen. Zu den vielen Konzerntöchtern gehört ein Verlag, in dem er Marketingleiter wurde. Sich auf dem gleichen Gebiet wie dieser, aber mit frischen Ideen zu etablieren, zu diesem Entschluss trug die Faszination bei, die die Werke jenes Mannes auf ihn ausübten, den er als Mitgesellschafter gewann.

Wie viele erfolgreiche Verleger verdankt der Verlagsgründer seinen Aufstieg der Tatsache, dass er viele Dinge anders machte als in der Branche üblich. Herrschten in der Buchgattung, mit der er begann, vor allem kleinformatige, preiswerte Bände vor, so stieg er mit einem Großband ein, der nicht mehr ausschließlich ein hübsch arrangiertes Endprodukt, sondern Schritt für Schritt den Weg dahin zeigte. Ein Schöpfgerät auf Umschlag und Buchrücken wurde zum Markenzeichen der ersten Novität. Gleich dieser erste Edelratgeber – mit dem Mitgesellschafter als Autor – wurde zum Beststeller. Bis heute wurde er in über 20 Ländern in drei Millionen Exemplaren verkauft.

Aber der Mitgründer stieg schon nach vier Jahren aus, um sich auf die Philippinen zurückzuziehen. Der Verlag siedelte in das erwähnte Mekka des deutschen Verlagsbuchhandels über; ein Gesellschafter wurde aufgenommen, der mit Taschenbüchern den Massenmarkt bediente. Als dieser neun Jahre später starb, ging sein Unternehmen und damit auch die Mehrheit an dem Verlag, nach dem wir heute suchen, an einen großen Zeitungs- und Zeitschriftenkonzern über. Um aus der unerwünschten Abhängigkeit herauszukommen, setzte der Gründungsverleger alles auf eine Karte, verschuldete sich hoch und kaufte alle Anteile zurück.

Branchenauguren gaben ihm kaum eine Chance, sich im immer härteren Wettbewerb zu behaupten. Aber der Verlag überlebte dank der Beharrlichkeit seines Gründers. In seinem Stammgeschäft setzte er auf exzellente Autoren von großer medialer Strahlkraft, auf hervorragende Ausstattung und auf einfallsreiche Themenwahl.

Noch während der Teilhaberschaft des Taschenbuchverlegers wurde ein zweites Ratgeberthemenfeld besetzt, und zwar mit ebenso konsequenter Autoren-, Ausstattungspolitik- und Bestsellerpolitik wie das erste. Schließlich kamen klassische Sachbücher als weiterer Buchtyp hinzu.

Die jährliche Novitätenzahl bleibt auf 15 bis 20 beschränkt, damit seitens des Verlags und des Buchhandels jedem Titel genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Im vergangenen Jahr wurden 75 Prozent der Geschäftsanteile an einen unabhängigen Musikkonzern abgegeben, der in diesem Jahr sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum feiert, Bücher als eine nach wie vor zukunftsfähige Produktart betrachtet und mit dem Aufbau einer Verlagsgruppe beschäftigt ist.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag und wo ist sein Sitz?

Übrigens: Unter gleicher Adresse und in Vertriebskooperation mit dem ihres Mannes betreibt die Frau des Verlegers einen eigenständigen Verlag.

Quelle: www.buchmarkt.de
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